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Richard August Carl Emil Erlenmeyer

Vortrag im Einrichmuseum über eine berühmte Persönlichkeit:

Richard August Carl Emil Erlenmeyer - ehemals Apotheker in Katzenelnbogen

Im Einrichmuseum fand am Donnerstag zum ersten Mal ein

Vortrag zu einer Persönlichkeit statt, die in der Reihe der „Historischen

Köpfe Rhein-Lahn“ verzeichnet sind. Die Broschüre

wurde im Juli 2014 herausgegeben. Inzwischen gibt es weitere

Personen, welche dieser Reihe hinzugefügt wurden. Zu

ihnen zählt Richard August Carl Emil Erlenmeyer. Dr. Hans Hübner,

Apotheker aus Katzenelnbogen, hat es sich zur Aufgabe

gemacht, einen Vortrag zum Leben und Wirken des berühmten

früheren Besitzers der Apotheke, die seine Familie heute noch

fortführt, auszuarbeiten. Dr. Hübner brachte den Besuchern des

Vortrages sehr viele interessante Informationen zu dem Leben,

dem Wirken und den Erfolgen der Arbeit von Erlenmeyer nahe.

Besonders interessant fanden die Besucher das Zusammenwirken

weiterer berühmter Personen in seinem Arbeitsgebiet. Es

war der zweite von drei geplanten Vorträgen zum Thema „Informationen

über in der Region geborene Chemiker und ihr grundlegender

Beitrag zur Entwicklung der organischen Chemie im

19. Jahrhundert“. Erlenmeyer lebte von 1825 bis 1909, seine

Berufsbezeichnung: „Deutscher Apotheker und Chemiker“. Er

ist der Erfinder eines kegelförmigen Enghals-Glasgefäßes, das

viele Menschen aus dem Chemie-Unterricht kennen. Unter dem

Namen „Erlenmeyer-Kolben“ hat es den Erdball erobert und ist

bis heute in den Labors der Welt im Gebrauch. Seine Form verhindert

Verluste durch Verspritzen beim Schütteln und Vermischen

von Flüssigkeiten. Mit vielen Erfindungen hat sich Erlenmeyer

in Fachkreisen einen Namen gemacht. Zwei Beispiele

sind das Labordrahtnetz und ein mit Leuchtgas beheizbarer

Verbrennungs- und Schießofen. Auch die sogenannten „Erlenmeyer-

Regeln“ sind in die chemische Literatur eingegangen.

In Gießen studierte Erlenmeyer zunächst Medizin. Nach wenigen

Monaten wechselte er unter dem Einfluss Justus von Liebigs

zur Chemie. 1846 setzte er das Studium für ein Jahr in Heidelberg

fort. Danach war er kurze Zeit Unterrichtsassistent von

Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden. Dann führte ihn sein

Lebensweg in das Gebiet des heutigen Rhein-Lahn-Kreises, wo

er kurze Zeit Wurzeln schlug. So absolvierte er in Nassau an

der Lahn sein pharmazeutisches Staatsexamen. Was sich daran

anschloss, schildert Max Conrad in seinem Nachruf für Erlenmeyer

in den „Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft“

von 1910: „Mit Unterstützung der Verwandten seiner

Mutter, einer geborenen Hanegroth aus Siegen, konnte er sich

1849 eine Apotheke in Katzenellenbogen kaufen, die er aber

nur ein Jahr behielt.“ (Kauf: 10. November 1849, Verkauf: 31.

Oktober 1850). In eben diesem historischen Haus in der Untertalstraße

Wahrzeichens des Einrich-Städtchens, existiert diese Apotheke

unter dem Namen „Schloss-Apotheke“ fort. Eine Gedenktafel

an der Hauswand erinnert an den bedeutenden Vorgänger. Der

Museumsverein Einrich e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht,

im „Einrichmuseum“ auf Erlenmeyer und sein Wirken in Katzenelnbogen

und Umgebung aufmerksam zu machen. Übrigens

erhielt Erlenmeyers Nachfolger Carl Caesar am 14. Januar 1851

die Konzession zum Weiterbetrieb der Apotheke. Dessen Neffe

Carl Wilhelm Caesar verbrachte seine Schulzeit in Katzenelnbogen

und gründete 1886 die pharmazeutische Weltfirma Caelo.

1851 promovierte Erlenmeyer bei von Liebig in Gießen. 1855

wurde er (wie 1899 Carl Remigius Fresenius) zum Ehrenmitglied

im Nassauischen Verein für Naturkunde ernannt. 1857

habilitierte er sich bei Robert Bunsen in Heidelberg mit einem

Thema über Kunstdünger.

1863 ernannte ihn die Universität Heidelberg zum außerordentlichen

Professor. 1868 zog es ihn als Professor für Chemie nach

München.

1877 bis 1880 war er Direktor an der dortigen Polytechnischen

Schule. - Praktikanten seines Hochschullabors waren nicht nur

drei spätere Nobelpreisträger, sondern auch der russische Chemiker

und weltberühmte Komponist Alexander Borodin.

„Tradition und Innovation kommen hier zusammen“, so Landrat

Frank Puchtler im Einrichmuseum. Es war das erste Mal,

eine Premiere, dass zu einer Person aus der Reihe der „Historischen

Köpfe“ ein solcher Vortrag stattfand. „Dies ist an sich

schon bemerkenswert“, so Landrat Puchtler. Er dankte Dr. Hans

Hübner für dessen interessante und ausführliche Ausführungen.

Gerne können der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des

Rhein-Lahn-Kreises weitere Personen genannt werden, welche

die geforderten vier Merkmale aufweisen.

Ganz wichtig: Sie sind weit über die Grenzen des Landkreises

hinaus bekannt und sie gehören der Vergangenheit an. Sie sind

„Geschichte“, seit mindestens 50 Jahren verstorben.

von Uschi Weidner

Nähere Informationen finden Sie auf der WFG-Seite

http://www.wfg-rhein-lahn.de unter Tourismus, Broschüren & Karten.

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